Technologien im Überblick

Fernseher oder Beamer: Was ist besser?

Mittwoch, 4.05.2011, von Jan

Die Frage nach Fernseher oder Beamer ist alt. Viele haben bereits eine Meinung und vertreten sie auch noch dann vehement, wenn sie veraltet ist, oder nicht pauschal für alle stimmt. Dabei ist die Lage eigentlich nur dann eindeutig, wenn das gewünschte Bild wirklich klein oder wirklich groß sein soll — unter einem Meter Bilddiagonale herrscht der Fernseher allein, über zwei Meter ist in aller Regel ein Beamer angesagt. Viele Zuschauer aber wollen heute ein schönes, großes Bild, und sind unsicher, ob Beamer eine Alternative sind, ob Fernseher immer ein besseres Bild zeigen, und was am Ende weniger kostet. Wir haben Antworten.

Fernseher versus Beamer: Technologien im Überblick

Wie funktioniert ein Fernseher, wie ein Beamer? Je genauer man hinschaut, desto unklarer wird das Bild. Verschiedene Technologien spielen auf beiden Seiten eine Rolle. LCD-Fernseher sind am populärsten, Plasmafernseher dagegen für größere Bilddiagonalen besser geeignet und billiger. Bei den Beamern gibt es neben LCD und DLP auch die teureren, aber besseren LCoS-Technologien. Wer sich dazu weiterbilden will, findet Ratgeber zu jeder Technologie bei uns.

Ein paar generelle und wichtige Unterschiede lassen sich aber festhalten. Fernseher besitzen ein Panel mit fester Größe. Das Panel wird dem Zuschauer direkt gezeigt; Licht scheint direkt auf den Zuschauer. Das Ergebnis ist ein scharfes, brillantes und helles Bild, das allerdings die Augen schneller ermüdet. Beamer dagegen werfen das Bild durch eine Linse auf eine Leinwand. Die Handhabung ist gerade für Neueinsteiger weniger einfach. Je nach Zoom und Abstand zeigen Beamer Bilder unterschiedlicher Größe. Der Zuschauer wird nicht direkt angeleuchtet; er betrachtet eine Projektion auf einer Oberfläche. Stimmen die Rahmenbedingungen, ist das weniger anstrengend.

Welche Faktoren spielen bei der Entscheidung eine Rolle?

Auf die Frage nach Beamer oder Fernseher gibt es keine pauschal richtige Antwort. Die Anforderungen der Zuschauer und die Rahmenbedingungen des Raums spielen die Hauptrollen bei der persönlichen Entscheidung. Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Welche Inhalte werden geschaut? Kino- und Dokumentarfilme? Fernsehprogramm? Videospiele? Beamer haben häufig keinen Tuner und benötigen dann eine zusätzliche Set-Top-Box. Wie im Kino wirken Filme am ehesten durch den Projektor.

Wieviel Licht und Schatten herrscht im Raum? Ist der Raum immer dunkel? Fällt Sonnenlicht direkt durch Fenster? Kann man den Raum schnell und vollständig abdunkeln? Ist das bei einem Haushalt mit mehreren Personen überthaupt sinnvoll möglich? Aktuelle Fernseher, vor allem leuchtstarke LCD-TVs mit LED-Backlight, sind auch bei viel Umgebungslicht noch gut zu gebrauchen. Beamer haben bei Restlicht immer Nachteile, der Bildkontrast verschlechtert sich deutlich.

Wie sieht der Raum aus? Ist er groß oder klein? Kann man Gegenstände an die Decke montieren? Ist Platz für eine Leinwand? Steht bereits ein Fernsehmöbel im Wohnzimmer? Wie nah würden Zuschauer am Beamer sitzen? Große Fernseher stellen sehr spezifische Anforderungen an Größe und Beschaffenheit des Raumes. Beamer auch; aber andere.

Welche Bildgröße wird gewünscht? Ab etwa 50 Zoll werden LCD-Fernseher fast unerschwinglich teuer. Plasmafernseher sind oft die beste Lösung, wenn der Fernseher riesig sein soll. Für Bilddiagonalen deutlich über 60 Zoll sind Beamer unschlagbar.

Wie groß ist das Budget? Einige der besten Optionen haben Kunden nur mit sattem vierstelligen Budget. So gibt es brillante LCD-Fernseher mit 70 Zoll Bilddiagonale, oder leuchtstarke Beamer mit hoher Auflösung. Wer dagegen ein paar Kompromisse eingehen kann, spart viel Geld.

Vorteile des Fernsehers, Vorteile des Beamers

Nun mag klar sein, welche Kriterien eine Rolle spielen. Aber was heißt das? Was ist nun besser? Stellen wir kurz zusammen, wo welche Technologie die Überhand besitzt.

Pro Fernseher

  • Auch bei Restlicht — Manche Plasmafernseher mit reflektierenden Glasscheiben verlieren viel Kontrast, scheint die Sonne in’s Zimmer. Trotzdem: Kann man den Raum nicht abdunkeln, sieht das Bild auf dem Fernseher besser aus. Wenn die Leinwand im Restlicht nicht schwarz, sondern dunkelgrau wirkt, dann kann der beste Beamer dagegen nichts tun. LCD-Fernseher mit großem Bild sind zwar teuer, aber bei Restlicht die klaren Sieger.
  • Keine Folgekosten, halten zigtausend Stunden — Ein aktueller Fernseher besitzt keine Verschleißteile. Beamer benötigen alle paar Jahre eine teure neue Lampe, je nach Technologie auch Luftfilter.
  • Mehr Funktionen und Tuner integriert — Ob Internet-Fernsehen, integrierte Festplattenrekorder, oder so banale Dinge wie ein Tuner; bei aktuellen Fernsehern darf man mit sehr vielen Funktionen rechnen, die beim Beamer nur als Set-Top-Box ankommen. Das ist ein wichtiger Kostenfaktor.
  • Mehr Schnittstellen — Mehr als zwei HDMI-Schnittstellen sind auch heute noch die Ausnahme bei Beamern. Beim HD-Fernseher sind auch vier HDMI-Ports keine Seltenheit. Im Schnitt besitzt der Fernseher mehr Schnittstellen, und die sind auch besser zu erreichen.
  • Sound ist möglich — Eine gute Heimkinoanlage ist zwar empfehlenswert, aber viele Fernseher erzeugen ohne Hilfe akzeptablen Klang. Sie stehen dafür auch günstiger, direkt vor dem Zuschauer. Beamer haben, wenn überhaupt, in aller Regel keine starken Lautsprecher.
  • Einfach aufzustellen — Solange der Fernseher nicht an der Wand hängen soll, ist die Aufstellung kinderleicht. Beamer müssen in Abstimmung mit der Leinwand aufgestellt werden, sollten mit dem heißen und lauten Gebläse nicht direkt neben dem Zuschauer stehen und werden häufig an die Decke gehängt — keine leichte Übung.

Pro Beamer

  • Größeres Bild — Ist das Heimkino groß genug, sind auch mehrere Meter Bilddiagonale kein Problem. Ab mehreren Metern sind Beamer schlicht alternativlos.
  • Billigere Anschaffung — der billigste Weg zum großen Bild ist immer noch der Beamer. Deutlich unter 1000 Euro starten Modelle, die durchaus brauchbar sind. Höchstens manche Plasmafernseher können ähnlich gute Preise bei großem Bild bieten.
  • Bild wie im Kino — Regisseure, die Kinofilme drehen, haben nicht den Zuschauer auf dem Sofa vor Augen. Ein riesiges Bild, auf eine Leinwand projiziert, ist nun einmal per Definition näher am Kino, als ein Fernseher.
  • Unendlicher Blickwinkel — LCD- aber auch Plasmafernseher verlieren an Bildqualität, wenn viele Zuschauer vor dem Panel sitzen. Bei spitzem Blickwinkel sinkt nämlich der Kontrast. Beamer haben das Problem technologiebedingt nicht.
  • Transportabel — Einen riesigen Fernseher schleppt niemand abends zu den Freunden. Den spontanen Filmabend im Hobbykeller, oder Fußballübertragungen zur Grillparty im Garten bewältigt man am besten mit Beamer, die häufig nur ein paar Kilogramm wiegen und in kompakten Gehäusen stecken.
  • Sieht schöner aus — Ob ein ominöses schwarzes Rechteck mitten im Wohnzimmer hässlich aussieht, daran scheiden sich die Geister. Es mag Lösungen geben, den Fernseher im Schrank zu verstecken, oder an die Wand zu hängen. Ein an der Zimmerdecke installierter Beamer samt aus- und einfahrbarer Leinwand ist aber unschlagbar unauffällig.

Einsame Entscheidung

Was ist also nun besser? Die Frage kann nun jeder Leser hoffentlich selbst beantworten. Bei vielen kommt einfach beides in Frage. Wer noch unsicher ist, sollte sich konkrete Geräte anschauen, Preise vergleichen und unsere Top-10-Listen studieren. Ansonsten freuen wir uns wie immer auf Tipps, abweichende Meinungen und Erfahrungswerte.


URL: http://www.tvfacts.de/artikel/5423-fernseher-beamer-was-ist-besser.html