Grundlagen der LCD-Technik

LCD-Beamer: Alles über LCD-Projektoren

Montag, 10.01.2011, von Jan

LCD-Beamer bieten viel und kosten wenig. Kein Wunder, dass die Projektoren sich erfolgreich gegen Konkurrenztechnologien wie DLP und LCoS behaupten können. Aber riesige Unterschiede bei Leistung, Preis und Besonderheiten der einzelnen Beamer machen den Überblick schwer. Dass man auch andere Beamertechnologien oder gar Fernseher kaufen könnte, macht den Überblick noch schwerer. Wir klären noch einmal, wie ein LCD-Projektor funktioniert, und zeigen anhand einiger beliebter Modelle, worauf man beim Kauf achten sollte.

So funktioniert ein LCD-Beamer

Wie ein LCD-Beamer funktioniert, haben wir bereits in unserem großen Duell LCD versus DLP angeschnitten. Wie der Name schon andeutet, ist die Technologie mit der Bilderzeugung von Fernsehern und Monitoren verwandt — aber es gibt wichtige Unterschiede. Im LCD-Beamer stecken drei winzige Flüssigkristallpanels, durch die Licht geleitet wird. Jedes der drei Panels ist für eine Grundfarbe (Rot, Grün, Blau) verantwortlich. Auf diesen Scheibchen sind Flüssigkristalle zu kleinen Zellen organisiert. Jede dieser Zellen kann den Pfad des Lichtes durchlassen, oder blockieren. Je nachdem, ob ein bestimmter Bildpunkt gerade schwarz bleiben oder eine Farbe zeigen soll, wird die entsprechende Zelle auf den Panels transparent, oder blickdicht. Das Licht der drei Panels wird über die Optik des Beamers zusammengelegt und auf die Leinwand projiziert. So entsteht ein Bild mit satten, natürlichen Farben.

Im Fernseher schaut der Zuschauer direkt auf das Flüssigristallpanel. Die Lichtquelle scheint von hinten durch die Scheibe. Statt drei verschiedener Panels sind kleine Subpixel für die Mischung der endgültigen Bildfarbe aus den Grundfarben verantwortlich. Bei LCD-Projektoren kann es zu Bildunschärfen kommen, wenn die drei Panels ihr Bild nicht genau aufeinanderlegen. Im Fernseher mit nur einem Panel ist das nicht möglich.

LCD-Technik hat einige Vorteile. Sie ist in vielen Formen seit Jahrzehnten im Einsatz und wird immer noch weiter entwickelt. Auch deswegen sind LCD-Beamer vergleichsweise billig zu haben.

LCD-Beamer müssen gekühlt werden. Um die LCD-Panels im Beamer vor Verunreinigungen durch Staub zu schützen, werden Luftfilter eingesetzt. Werden die nicht regelmäßig gereinigt, drohen hässliche Staubflecken auf dem Bild. Auch dem Panel selbst drohen Gefahren. In der Vergangenheit waren die LCD-Panels nach einigen tausend Betriebsstunden abgenutzt. Mit dem Betrieb nahmen Kontrast und Farbsättigung stark ab. Hersteller beteuern, dass aktuelle Modelle mit modernen Panels deutlich länger halten; wie lange genau, weiß man aber nicht.

Vorteile

  • Preis-Leistung – LCD-Beamer bringen ein großes Bild in Full HD für wenig Geld auf die Leinwand.
  • Scharfes Bild – Bei der gleichen Auflösung wirkt das Bild eines LCD-Projektors schärfer, als bei vergleichbaren DLP-Beamern.
  • Gute Farben – Die Farbtöne wirken natürlich, sind gesättigt.
  • Hoher Kontrast – Viele Details bleiben erkennbar, feine Helligkeitsabstufungen sind sichtbar.

Nachteile

  • Größere Wartung/ Verschleiß – Neben der Lampe sind auch Luftfilter und LCD-Panel Verschleißteile. DLP-Beamer leben durchschnittlich länger.
  • Fliegengitter – Vor allem bei zu niedriger Auflösung und älteren Modellen kann ein Raster zwischen Bildpunkten erkennbar sein.
  • Schwarzwert – Moderne LCD-Projektoren zeigen gute Schwarztöne. Aber DLP-Beamer sind hier besser.

Gute Beispiele — LCD-Beamer und ihre Stärken

Genug graue Theorie: Schauen wir uns einige aktuelle LCD-Beamer an, die für verschiedene Budgets und Einsatzgebiete empfehlenswert sind. Denn allgemeine Schwächen und Stärken bei LCD-Beamern gibt es kaum noch. Je nach Budget, Modell und Hersteller sind LCD-Projektoren höchst verschieden.

Sony VPL-BW7 Der Sony VPL-BW7 ist ein beeindruckendes Beispiel für die Tiefstpreise, die aktuelle LCD-Beamer erreichen. Nicht Full HD, aber immerhin HD-Auflösung beherrscht der VPL-BW7. Trotz den maximal möglichen 2000 Lumen Lichtleistung sprechen Tests ihm die Eignung bei Tageslicht eher ab, die Bildqualität ist allerdings gut. Wer das Wohnzimmer abdunkeln kann, und einen günstigen Heimkino-Einstieg sucht, der sollte hier einen Blick riskieren. Wer den etwas niedrigen Kontrast bemängelt, der hat vielleicht vergesse, wie billig der Sony-Beamer ist.

Sanyo PLV-Z800 Der Sanyo PLV-Z800 befindet sich im neuen Einstiegssegment für Full-HD-Beamer unter 1000 Euro. Full HD ist also billig geworden; bei dieser Auflösung nehmen nur wenige Zuschauer noch ein Fliegengitter wahr, auch Blu-rays profitieren von der idealen Auflösung. Der Kontrast des Beamers ist deutlich höher als bei dem Sony-Schnäppchen, aber immer noch bemängeln zu viel Resthelligkeit in schwarzen Bildbereichen. Wer etwas mehr Budget hat, sollte den PLV-Z4000 von Sanyo in Erwägung ziehen. Vor allem, wenn die Farben kalibriert wurden, erwartet den Zuschauer hier ein lebendiges Bild mit leuchtenden Farben und gutem Schwarzwert.

Epson EH-TW3200 Mit dem Epson EH-TW3200 gibt es einen weiteren Full-HD-Beamer für 1000 Euro, den man erwähnen muss. Der Epson-Beamer bringt hohen Kontrast, Zoom-Optik, Lensshift-Funktion, ordentliche Lampenlebensdauer zu einem kleinen Preis ins Heimkino. Überhaupt zeigt sich der Hersteller im Bereich LCD-Projektoren sehr stark aufgestellt. Sehr günstige wie den EH-TW2900 haben wir an anderer Stelle bereits genannt. Richtig gute Preis-Leistung beherrscht Epson aber auch in höheren Preislagen. Der EH-TW4400 mag zwar das Doppelte kosten, aber er ist die Antwort auf Zuschauer, die bis hierhin immer noch Grau statt Schwarz gesehen haben. So detailliert, kontrastreich und farbecht wie der EH-TW4400 arbeiten viele Konkurrenzmodelle nicht — auch in höheren Preislagen.

Mitsubishi Electric HC6800 Der Mitsubishi Electric HC6800 etwa hat andere Stärken. Der Schwarzton war einigen Testern zu bunt. Auch der Kontrast ist hier zwar nicht schlecht, aber auch nicht das Optimum in der Preisklasse. Statt dessen weiß der HC6800 mit guter Leuchtkraft und starken, lebendigen Farben zu begeistern. Dringt Restlicht ins Heimkino, oder sollen große Bilddiagonalen erreicht werden, schneidet Mitsubishis Beamer besser ab, als viele Konkurrenten.

Panasonic PT-AE4000 Auch am Panasonic PT-AE4000 kann man nur noch im Detail Kritik üben. Vor allem, wenn sich einen Fachmann für die Bildkalibrierung leistet, oder selbst genug Fachwissen besitzt, spielt Panasonics LCD-Projektor seine Stärken aus. Denn der PT-AE4000 bietet besonders viele Möglichkeiten zur Feineinstellung. Das Ergebnis sind natürliche Farben und ein hoher Kontrast im Bild. Auch hier war einigen Testern das Schwarz aber nicht Schwarz genug — und zumindest einige wollen leichte Unschärfen im Bild erkannt haben.

LCD-Beamer: Der Status Quo

Halten wir fest: Ab 500 Euro kann man zur Zeit einen brauchbaren LCD-Projektor finden, für 1000 Euro sind bereits richtig attraktive Full-HD-Modelle erhältlich. Mehr Geld ausgeben muss nur, wer sich an Details stört. Das häufigste aktuelle Problem sind wohl Schwarzwerte, hier sind DLP-Modelle oft stärker. Wer Angst vor Verschleiß hat, sollte außerdem auf Garantiezeiten achten, und die Pflegehinweise befolgen.


URL: http://www.tvfacts.de/artikel/3878-ratgeber-lcd-beamer-lcd-projektoren.html