Grundlagen der Plasma-Technik

Plasma-TV Ratgeber: Alles über Plasma-Fernseher

Montag, 17.10.2011, von Jan
Panasonic Plasma-TV Panasonic Plasma-Fernseher mit 103 Zoll Bilddiagonale

Kaum eine Displaytechnologie wurde so häufig für tot erklärt, wie der Plasma-Bildschirm. Viele Kunden glauben gar, dass man heute zwangsläufig zu einem LCD-Fernseher greifen sollte. Aber aus gutem Grund ist der Plasma-Fernseher höchst lebendig. Eine exzellente Bildqualität, riesige Bildschirmdiagonalen und erschwingliche Preise sind drei große Stärken die LCDs so nicht bieten können. Und viele der vermeintlichen Schwächen des Plasmas sind längst keine mehr. Plasma-Fernseher werden nämlich immer besser. Wir verraten, welche Mythen widerlegt sind, wie Plasma-Displays funktionieren, wo die Technik immer noch an Grenzen stößt und was man vor dem Kauf bedenken sollte.

Plasma-Displays für Ahnungslose

Wer wissen will, wie ein Plasma-Display funktioniert, der muss kein Physiker sein. Zumindest das Prinzip ist einfach. Beim Plasmabildschirm formen kleine gasgefüllte Zellen die einzelnen Bildpunkte. Die Zellen sind zwischen zwei Glasscheiben fixiert. Per zugeführter Elektrizität wird das Gas zu Plasma, dass dann abhängig von der Strommenge unterschiedlich hell leuchtet. Jede Zelle lässt sich dabei einzeln ansprechen. Strom verbraucht der Plasmafernseher entsprechend mehr oder weniger, je nach Bildhelligkeit.

Wer wissen will, was genau Plasma ist, der muss sich doch ein bisschen für Physik interessieren: Darunter versteht man ein Gas, in dem sich eine große Menge geladener Teilchen befindet. Und die führen dazu, dass sich Plasma nicht verhält, wie normales Gas. Es spricht stark auf Elektrizität an, und das sehr reaktionsschnell. Diese Eigenschaft wird ausgenutzt, um die einzelnen Plasmapunkte in der Displaymatrix zum Leuchten zu bringen.

Das Besondere an der Plasma-Technologie im Gegensatz zu den LCDs: Farbe und Licht kommen von derselben Komponente. Das bringt einige Vorteile, auf die wir weiter unten noch eingehen. Kommen wir erst zu echten und eingebildeten Nachteilen.

Plasma-Fernseher vor dem Ende? Mankos und Mythen

Ob das Ende von Pioneers KURO, Preisstürze bei Heimkino-Beamern, oder Local Dimming auf LED-Fernsehern: Ständig erkennt irgend jemand irgendwo das nahende Ende des Plasma-Fernsehers. Und auch in Zukunft ist mit dem wiederholten Läuten der Totenglocke zu rechnen. Sterben wird der Plasma trotzdem nicht so schnell. Das liegt auch daran, dass er viele Nachteile längst nicht mehr hat. Immer noch hört man folgende Halbwahrheiten:

Bilder brennen ein: „Screen Burn“ oder „Burn-in“ heißt es, wenn ständig gezeigte Inhalte geisterhafte Abdrücke auf dem Bildschirm hinterlassen, die nicht mehr verschwinden. Das Problem gibt es wirklich — grundsätzlich auch bei LCDs und alten Röhrenfernsehern. Dank technischer Fortschritte kann man das Thema nun fast vergessen, solange man nicht stundenlang Standbilder anzeigen will, oder Geräte mit alter Paneltechnik kauft. Ganz aus der Welt ist es aber nicht — auch bei neueren Plasma-Fernsehern gibt es vereinzelte, aber glaubwürdige Berichte über eingebrannte Senderlogos. Wir glauben hier eher an Ausnahmen und Extremfälle.

Plasmas leben nicht lang: Wer denkt, Plasma-Fernseher würden schnell an Leuchtkraft verlieren, ist nicht auf dem neuesten Stand. Aktuelle und gute Modelle schaffen durchaus 100.000 Stunden bis zu einer Halbierung der Bildhelligkeit. Das sind über 10 Jahre Betriebsdauer, nonstop.

Plasmas spiegeln furchtbar: Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Anders als bei den meisten LCDs werden für Plasma-Panels Glasscheiben eingesetzt, die tatsächlich viel mehr spiegeln können. Moderne Plasmas besitzen eine Anti-Glare-Beschichtung, die gegen Reflexionen hilft; aber nicht unbedingt viel. In hellen Räumen kann man Plasma-Fernseher wirklich nicht empfehlen. Bei hoher Helligkeit wirkt das Bild sehr milchig, Spiegelungen können stören, und bei ungünstigen Lichtbedingungen fällt vielen Zuschauern ein Flimmern auf, das LCD-Fernseher so nicht haben. Wer seinen Raum auch abdunkeln kann und ohnehin vor allem abends zuschaut, hat das Problem nicht. Lichtquellen sollten ohnehin nicht auf den Fernseher gerichtet sein.

Plasmas sind Stromfresser: Das ist nicht falsch, aber wie viel Strom ein Plasmafernseher verbraucht, ist auch eine Frage der Perspektive. Wer einen wirklich sparsamen Fernseher haben will, greift zwangsläufig zu einem LED-TV. Aber Plasmafernseher sind heute sparsamer, als noch vor einigen Jahren. Und der Stromverbrauch schwankt je nach gezeigtem Inhalt: Je dunkler das Bild, desto geringer der Verbrauch.

Plasmas surren: Stimmt! Aber nicht immer. Tatsächlich gibt es vereinzelte Berichte von störend surrenden Plasma-Fernsehern bzw. deren Netzteilen. Wie sehr das stört, ist schwer zu sagen. Unterschiedliche Fernseher geben unterschiedlich laute Geräusche von sich, auch innerhalb einer Serie. Und Menschen hören den Ton unterschiedlich deutlich.

Das können Plasma-TVs besser

Die Plasma-Technologie ermöglicht eine außergewöhnliche Bildqualität. Dass das Bild viel besser als bei LCDs aussehen kann, hat einen einfachen Grund: Die Plasmazellen leuchten von selbst. Beim LCD leuchten die farbigen Pixel nicht von allein, sondern müssen von hinten angestrahlt werden. Auch die immer beliebteren LCD-Fernseher mit LED-Backlight können den grundlegenden Nachteil nicht wettmachen.

Dieser technische Unterschied bringt dem Plasma-Bildschirm drei große Stärken: brillante Farben, hoher Kontrast mit satten Schwarztönen und ein sehr großer Blickwinkel. In diesen Punkten ist und bleibt der Plasmafernseher ungeschlagen — wenn man Außenseiter und Zukunftsmusik wie OLED nicht mitzählt. Teure Direct-LED-TVs können zwar ebenfalls Bildbereiche je nach Inhalt aufhellen und abdunkeln, aber nur beim Plasma sind Lichtquelle und Bildpunkt identisch. Detailreiche Bilder mit hohem Kontrast sehen auf dem Plasma deswegen schlicht besser aus. Schwarze Bildbereiche bleiben hier Schwarz, und keine noch so kleine Lichtquelle hat einen Heiligenschein.

Cineasten und Sportfans legen außerdem auf ein Feature großen Wert, dass manchem Zuschauer kaum auffällt: Die hohe Bewegungsschärfe. Richtig flüssig und detailliert sehen Freistöße und Actionszenen auf Plasmas aus. Schließlich sind Abstimmungsprobleme zwischen Bild und Backlight hier unmöglich, und die Plasmazellen reagieren sehr schnell.

Auch für 3D-Inhalte werden Plasmafernseher zur Ideallösung. Shutterbrillen senken die Bildhelligkeit, und eines der häufigsten Probleme sind sichtbare Doppelbilder. Logisch, dass Plasmafernseher mit leuchtstarken Panels und sehr kurzen Reaktionszeiten die LCD-Technik hinter sich lassen.

Wichtig für Menschen mit VHS-Sammlung oder DVB-T-Zwang: Da die Bildpunkte auf einem Plasma nicht so scharf getrennt wirken, wie auf LCDs, sehen Bilder in niedriger Auflösung auf dem Plasma oft besser aus.

Wer braucht einen Plasma-Fernseher?

Nun ist hoffentlich klar geworden, dass viele gute Gründe für Plasma-Fernseher sprechen. Vor allem in Größen ab 50 Zoll ist es schon das Preis-Leistungsverhältnis, dass die Geräte so attraktiv macht. Dazu kommt, besonders bei teureren Plasmas, eine unschlagbare Bildqualität. Nur kleine Wohnzimmer, hohe Stromrechnungen und helle Lichtquellen im Zimmer sind ernsthafte Argumente gegen die Plasma-Technologie.

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