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Anleitung: Beamer-Leinwand selber bauen

Beamer sind billig geworden. Aber zu einem Heimkino gehört mehr, als nur der Projektor. Und je billiger der Beamer ist, desto happiger scheint vielen Einsteigern der Preis für eine gute Beamer-Leinwand. Trotzdem muss man nicht gleich die nackte Wand anstrahlen, zumal die oft eine störende Struktur besitzt. Zwischen hochwertigen Leinwänden und schlechten Provisorien gibt es noch einen dritten Weg: Die Beamer-Leinwand einfach selbst bauen. Aber ist das wirklich so einfach? Kann sich die Qualität mit Kauf-Leinwänden messen? Und wie teuer ist der Selbstbau? Wir haben Antworten und ein paar Tipps für angehende Heimwerker.

Beamer-Leinwand kaufen oder bauen? Eine kleine Entscheidungshilfe

An einer simplen Wahrheit führt kein Weg vorbei: Die beste Beamer-Leinwand wird gekauft, nicht gebaut. Aus gutem Grund kosten die Leinwände oft hohe dreistellige Beträge. Den idealen Kontrast, hohe Farbtreue und Bildschärfe bieten Kauf-Leinwände. Vor allem, wenn der Raum nicht perfekt abgedunkelt werden kann, und wenn die Leinwand bei Bedarf auch in der Decke verschwinden oder eingerollt werden soll, dann raten wir zum Kauf. Denn rollbare oder transportable Leinwände kann man schlecht selbst bauen. Sind kleine Details bei der Bilddarstellung wichtig, dann sollte die Leinwand nicht ganz billig sein. Kostet der Beamer mehrere tausend Euro, verschwendet man mit ungeeigneten Leinwänden einen Teil der Investition. Aber auch, wer nicht gern bastelt, kann sich die Mühe sparen. Brauchbare Leinwände gibt es schließlich schon für unter 100 Euro.

Warum also selber bauen? Ganz einfach: Wer nicht gerade zwei linke Hände hat, der kann mit dem Selbstbau immer noch eine sehr gute Leinwand basteln, die sich zumindest mit billigeren Leinwänden problemlos messen kann. So spart man eine Menge Geld; 25 Euro Budget sind durchaus machbar, bis knapp 100 Euro kann man sinnvoll investieren — je nach Anspruch an die Qualität der Leinwand. Und der Selbstbau ist weder besonders langwierig, noch kompliziert.

Das braucht man für die Beamer-Leinwand

2 plus 3 Holzleisten — Zwei für die lange Seite, drei für die kurze, da auch ein Mittelstreben eingespannt werden sollte. Sonst besitzt die Leinwand am Ende nicht die nötige Steifheit. Die Länge der Leisten hängt vom Raum ab, wichtig ist das Längenverhältnis. Große Kinofans orientieren sich an 2,39:1, alle anderen eher an 16:9 (entspricht 1,78:1).

6 Winkel oder 3 Holzscheiben — Manche schwören auf kleine Metallwinkel, andere verschrauben lieber Holzdreiecke in den Ecken der Leinwand.
Reichlich Segeltuch, Fotopapier oder anderer Stoff — Der Stoff sollte weiß bis mattweiß sein, möglichst lichtundurchlässig, und den Holzrahmen an jeder Seite um 5 bis 10 Zentimeter überragen. Im Zweifelsfall können auch zwei Materialien übereinander gespannt werden. Ein dickeres Material dient als gleichmäßiger Hintergrund, darauf wird dann ein dünnerer Stoff oder dickes Papier gespannt. Bastel- und Fotografiebedarf sind gute Anlaufstellen für den Kauf.

Werkzeug — Zollstock, Schere und Stift sind sicher vorhanden. Unbedingt muss auch ein Tacker her, außerdem ist ein Akkuschrauber sehr zu empfehlen, dazu natürlich passende Holzschrauben.

Platz und Personal — Ideal ist ein großer, sauberer Raum. Außerdem raten wir dringend, die Beamer-Leinwand nicht allein zu bauen. Vor allem das Bespannen klappt zu zweit viel besser.

So funktioniert der Selbstbau der Beamer-Leinwand

Im Prinzip ganz einfach: Eine brauchbare Leinwand für die Festinstallation erhält man, in dem man einen Holzrahmen baut, und ihn mit weißem Stoff, Tuch, oder Papier bespannt. Die Holzleisten sollte man sich direkt im Baumarkt zuschneiden lassen. Zu Hause müssen die Leisten auf dem Boden ausgelegt und dann mit den Winkeln verschraubt werden. Die zwei langen Leisten bilden die obere und untere Kante der Leinwand. Die drei kurzen Leisten liegen links, rechts, sowie als Streben genau in der Mitte.

Das Bespannen der Leinwand übernehmen am besten zwei Personen, die das Tuch jeweils von beiden Seiten straff ziehen. Genau gegenüberliegend werden erst Punkte an der langen, dann an der kurzen Seite im Abstand von wenigen Zentimetern festgetackert. Nach innen überstehender Stoff wird vorsichtig abgeschnitten.
Wie man die Leinwand dann aufhängt, hängt vor allem von der Wand ab. Selbst einfache Schrauben in der Wand können den Job übernehmen. Der komplette Vorgang sollte auch bei gründlicher Arbeit nur ein paar Stunden in Anspruch nehmen.

Vorsicht Falle: Tücken beim Leinwand-Bau

  • Schiefe Winkel — Vor dem Verschrauben der Holzleisten kontrollieren: Ist alles genau rechtwinklig? Wer keinen Winkel zur Hand hat, misst die Bilddiagonale in beide Richtungen. Nur bei gleicher Länge ist der Rahmen rechtwinklig.
  • Durchgeschraubt — Holzleisten splittern gern. Die Schrauben sollten also weder zu dick, noch zu lang sein.
  • Krummes Holz — Manche Holzleiste ist nicht schnurgerade. Unbedingt im Baumarkt prüfen, dass die Leisten nicht schief oder verbogen sind!
  • Balken im Bild — Ist der Stoff zu dünn, zeichnet sich der Rahmen nachher im Bildrand ab. Außerdem wird Leuchtkraft verschwendet, wenn die Beamer-Leinwand nicht dicht hält. Ganz sicher geht nur, wer den Rahmen doppelt bespannt, oder wer sich bei Freunden und in Foren Erfahrungswerte holt. Auch die Bedingungen im Raum und die Helligkeit des Beamers können die Sichtbarkeit des Rahmens beeinflussen.
  • Wellen ohne Wasser — Sitzt die Leinwand nicht straff auf dem Holz, ist die ganze Mühe umsonst. Deswegen unbedingt einen Helfer zum Bespannen organisieren! Wird die Leinwand auf einen darunterliegenden Stoff gespannt, muss vor der zweiten Runde genau geprüft werden, ob die erste Lage straff sitzt.

Die Weisheit der anderen

Beim Eigenbau der Beamer-Leinwand ist niemand allein. Online warten einschlägige Erfahrungsberichte, die ganz verschiedene Lösungen vorstellen, und auf unterschiedliche Qualität zielen. Eine besonders liebevolle Anleitung auf deutsch findet man bei der Zipfelmaus. Ähnlich schön illustriert, aber leider auf englisch ist die Anleitung auf Engadget. Im Video hat schließlich das Big Screen Center festgehalten, wie der Zusammenbau funktioniert. Dass dabei nicht alles glatt läuft, macht die Sache fast noch informativer.

Besser als Raufaser!

Auch, wer mit einer einfachen Leinwand plant, bei den Materialien sparen will und Schrauben immer noch per Hand in‘s Holz dreht, kann mit dem Eigenbau sehr gute Ergebnisse erzielen. Die Beamer-Leinwand ist auch für Anfänger mit wenig Heimwerker-Erfahrung gut zu schaffen. Gute Vorbereitung, Zeit, Platz und Werkzeug sind dann natürlich besonders wichtig.

Haben Sie ihre Leinwand noch einmal anders gebaut? Haben wir einen wichtigen Tipp vergessen? Dann verraten Sie es uns — in den Kommentaren.

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