LG SL9500 LED-TV im Test

Testbericht: LG 42SL9500 Edge-LED-Fernseher

Freitag, 8.01.2010, von Manuel Rowinski

In den letzten Wochen haben wir die Möglichkeit gehabt, den neuen LG 42SL9500 Edge-LED-Fernseher und den LG BD390 Blu-ray-Player ausgiebig zu testen – ein Dank gilt an dieser Stelle dem LG Blog, die uns die Geräte zur Verfügung gestellt haben. Vorweg sei aber erwähnt, dass wir keinerlei professionelle Test- und Messgeräte besitzen, wie die großen Magazine. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus diesem Test spiegeln lediglich unser persönliches Empfinden wider und können somit von anderen Tests abweichen. Dennoch hoffen wir bei der Kaufentscheidung ein wenig helfen zu können.

Erste Eindrücke: Schickes Design und mit 2,9 cm extrem flach

Nachdem die Spediteure unsere sehnsüchtig erwartete Lieferung hochgehieft haben, machten wir uns direkt ans Auspacken. Was zuerst auffiel war das enorme Gewicht. Obwohl der 42SL9500 nur 2,9 cm flach ist, bringt er dennoch gut 25 kg auf die Waage. Im Karton befanden sich die üblichen Inhalte: Der Fernseher, ein Standfuß, zwei Fernbedienungen, ein paar Kabel und Schrauben sowie eine kurze Anleitung zur Inbetriebnahme. Die Bedienungsanleitung selber befindet sich leider nur auf der beiliegenden CD. Eine gedruckte Version oder ein Büchlein fehlte.

Der erste Eindruck vom 42SL9500 war sehr gut, denn die Qualität wirkt richtig hochwertig. Eine riesige Glasscheibe ziert die Front des Fernsehers – kein Rahmen, keine Kanten, nichts – die Standfußplatte ist ebenfalls komplett aus Glas, der eigentliche Fuß aus Chrom. Die Rückwand ist vollständig aus Metall, von billigem Plastik keine Spur – daher auch das hohe Gewicht. Hier ist LG ein super modernes und sehr elegantes Design gelungen.

Schneller Aufbau und einfache Inbetriebnahme

Der Aufbau dauerte keine zehn Minuten, denn der edle Standfuß ist mit wenigen Schrauben montiert. Aufgrund des hohen Gewichts kann eine zweite Person aber ganz hilfreich sein. Die meisten Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite, darunter 3x HDMI und 2x Scart. Seitlich befinden sich noch einmal ein HDMI-Eingang sowie eine USB-Schnittstelle und ein CI-Slot. Etwas unglücklich ist die Lage der Anschlüsse aber schon gewählt, was einem spätestens bei der Wandmontage auffallen wird. Schließlich hat die geringe Bauweise kaum einen Nutzen, wenn aufgrund der Kabel ein gewisser Mindestabstand zur Wand eingehalten werden muss.

Sind alle notwendigen Kabel angeschlossen, kann der 42SL9500 erstmals eingeschaltet und zum Leben erweckt werden. Es folgt ein kurzer Willkommenstext, das Setup sowie der Sendersuchlauf. Nachdem der Prozess durchgeführt wurde ist der Fernseher schon einsatzbereit. Ein kleiner Tipp am Rande: Wer den integrierten Kabeltuner zum Empfang von digitalen Sendern nutzen möchte, sollte bei bei der Ländereinstellung „Finnland“ wählen. Hierüber lassen sich auch in Deutschland digitale Sender empfangen – ein Kabelanschluss natürlich vorausgesetzt.

Bildqualität und Empfehlung für die Bildeinstellung

Dass man mit einem analogen Fernsehsignal auf einem 42 Zoll Fernseher keine Wunder erwarten darf, dürfte nichts Neues sein. Wir empfehlen hier schon auf digitales Fernsehen umzurüsten und die Anschaffung eines Blu-ray-Players in Betracht zu ziehen, sofern das noch nicht geschehen ist. Nur so kann der 42SL9500 seine volle Leistung zeigen. Was aber nicht heißen soll, dass man analoges Fernsehen gar nicht genießen kann. Man sollte dann aber auch nicht zu dicht vor dem Fernseher sitzen, weil das Bild sonst recht pixelig und unscharf wirkt.

Die Bildqualität bei digitalem Fernsehen, in unserem Fall via Kabel Deutschland, kann sich schon richtig sehen lassen. Die Farben wirken satt und sehr natürlich und auch dunkle Bereiche werden kontrastreich wiedergegeben. Durch unzählige Einstellmöglichkeiten lässt sich das Bild noch weiter verfeinern und auf die individuellen Bedürfnisse anpassen. Diverse Voreinstellungen, darunter z.B. Lebhaft, Natürlich, Kino, Sport und Spiel, können für den Anfang schon mal ganz hilfreich sein. Das für unseren Geschmack beste Bild haben wir mit dem Expertenmodus erreicht. Die Einstellungen hierfür lauten wie folgt:

Energie sparen Aus, Beleuchtung 40, Kontrast 90, Helligkeit 50, H. Schärfe 50, V. Schärfe 50, Farbe 50, Tint 0, Dyn. Kontrast Aus, Rauschunterdrückung Aus, Gamma Mittel, Schwarzwert Tief (meist automatisch), echtes Kino Ein (nur bei Blu-ray-Filmen, sonst Aus), TruMotion 100Hz Aus, Farbstandard HD, Farbskala Standard, Konturenverstärkung Aus, xvYCC Aus, OPC Ein, Expertenmuster Aus, Farbfilter Aus, Farbtemperatur Mittel, Methode 2-Punkt, Muster Außen.

Man könnte jetzt noch die einzelnen Farben reduzieren oder verstärken. Wir haben es aber bei den Standard Einstellungen belassen. Durch eine Kalibrierung lässt sich da sicher noch mehr rausholen. Aber auch mit den obigen Einstellungen erreicht man schon ein wirklich sehr gutes Bild mit brillanten Farben und einem Schwarzwert, der es durchaus mit einigen Plasmas aufnehmen kann. In richtig dunklen Szenen ist zwar immer noch etwas Restlich wahrzunehmen, aber damit muss man sich wohl abfinden. Einen noch besseren Schwarzwert erreicht man, indem man die Beleuchtung weiter senkt. Das hat aber den Nachteil, dass die Farben nicht mehr so strahlen.

Spiegelungen auf der Glasscheibe

Bislang hatten wir am 42SL9500 kaum etwas auszusetzen. Die Bildqualität ist viel besser als wir dachten und die Einstellmöglichkeiten sind grandios. Doch was ganz schön nerven kann, sind die Spiegelungen auf der Glasscheibe. Zwar ist gerade dieses rahmenlose Design eines der Highlights von LG, aber genau diese Glasscheibe gleicht im ausgeschalteten Zustand beinahe einem Spiegel. Dieser Effekt ist im eingeschalteten Zustand zwar nicht mehr ganz so extrem, aber auch hier kann man sich hin und wieder beim Fernsehen beobachten. Insbesondere bei dunklen Szenen fällt das auf kann schon richtig stören.

Was kann man dagegen tun? Zuerst sollte man sicherstellen, dass kein Licht durch das Fenster oder einer Lampe unmittelbar auf die Glasscheibe fällt. Das Abdunkeln der Fenster gerade bei Sonnenschein kann echt hilfreich sein. Genauso sollte man keine Lichtquellen vor dem Fernseher stehen haben, weil diese in der Glasscheibe reflektiert werden. Weil dieser Effekt bei hellen Szenen gar nicht auftritt, könnte man folglich die Beleuchtung des Panels erhöhen, worunter wiederum der Schwarzwert leidet. Hier gilt es zu probieren und einen Kompromiss zu finden.

TruMotion 100Hz für flüssigere Bewegungen

Der LG 42SL9500 ist mit TruMotion 100Hz ausgestattet, wodurch Bewegungen noch flüssiger und schärfer dargestellt werden sollen. Wie diese Technik genau funktioniert, kann man in unserem Hertz-Ratgeber nachlesen. Wir haben diese Technik natürlich auch getestet und sind zu dem Entschluss gekommen, dass sich 100Hz bei Sportveranstaltungen wie Fußball schon lohnen kann, hier werden Bewegungen tatsächlich viel flüssiger dargestellt, doch bei Filmen und normalem Fernsehen wirkt das Bild für unseren Geschmack etwas zu künstlich.

Dem zu Grunde liegt das Verfahren, wie die erhöhte Bildrate realisiert wird. Dafür werden einfach Zwischenbilder errechnet und in die Bildfolge eingefügt. Dadurch wirkt das Bild zwar deutlich flüssiger, jedoch wirken Kanten aus bewegten Inhalten etwas unscharf und pixelig. Weil der Fokus dieser Zwischenbild-Berechnung auf bewegten Elementen liegt, werden diese vordergründig und etwas beschleunigt wahrgenommen. In der Fachsprache spricht man hier vom sogenannten „Soap-Effekt“, mit dem aber fast alle LCDs zu kämpfen haben. In diesem Fall empfehlen wir die TruMotion 100Hz Technologie auszuschalten.

Die Energieeffizienz auf dem Prüfstand

Der Umwelt zu Liebe wurde der 42SL9500 mit einigen Energiespar-Modi ausgestattet, die den Energieverbrauch um bis zu 60% reduzieren sollen. Auf dem Papier liest sich das ja immer ganz nett, doch wie das in der Praxis aussieht, haben wir mit einem Strommesser getestet. Das Ergebnis war recht verblüffend, denn mit den obigen Einstellungen (Beleuchtung 40) sind wir tatsächlich auf einen durchschnittlichen Stromverbrauch von nur 80 Watt gekommen. Für einen Flachbildfernseher dieser Größe ein erstaunlich guter Wert. Wenn man die Beleuchtung jetzt noch weiter senkt, bekommt man den Stromverbrauch sogar auf bis zu 70 Watt gedrückt und das freut nicht nur unsere Umwelt, das schont auch unseren Geldbeutel.

Manch einer wird sich jetzt fragen, wie solch ein geringer Stromverbrauch zustande kommt. In erster Linie dürfte das an der Verwendung von LEDs als Hintergrundbeleuchtung liegen. Denn im Vergleich zu Leuchtröhren, wie sie bei herkömmlichen LCD-Fernsehern verwendet werden, verbrauchen LEDs nur ein Bruchteil der Energie. Sie sparen nicht nur Platz und Strom, sie leuchten sogar stärker als Leuchtröhren. Einer der Gründe dafür, warum es normale LCD-Fernseher in Zukunft immer schwerer haben werden sich gegen LED-Fernseher durchzusetzen.

Neben den vorinstallierten Energiespar-Modi verfügt der 42SL9500 zudem über einen intelligenten Lichtsensor, der das Raumlicht analysiert und die Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers automatisch an die Umgebung anpasst. An sich eine praktische Funktion, weil nur so viel Hintergrundbeleuchtung eingesetzt wird, wie überhaupt notwendig ist. Jedoch wurde die Beleuchtung in unserem Test so weit runtergefahren, dass das Bild viel zu dunkel war. Auch der verbesserte Kontrast war nicht vorhanden. Von daher können wir diese Einstellung nicht empfehlen.

Der Sound ist recht bescheiden – wen überraschts?

Sind wir doch einmal ehrlich – in einem 2,9 cm flachen Fernseher bleibt kaum Platz für vernünftige Lautsprecher – eher gar kein Platz. Und dementsprechend klingt auch der 42SL9500, nämlich recht bescheiden. Da kann man an den Reglern für die Höhen und Tiefen so viel drehen wie man will, der Sound wird nicht wirklich besser. Das ist dann wohl der Preis, den man für einen flachen Fernseher im schicken Design zahlen muss. Und wenn man nicht nur Fernsehen und Nachrichten schauen will, dafür reicht der Sound gerade so, dann sollte man sich ernsthaft überlegen zusätzliche Lautsprecher bzw. gleich ein geeignetes Heimkino-System zu kaufen.

Wenn man nicht gleich zu einem ganzen Heimkino-System greifen möchte, gibt es auch sogenannte Soundbars, die direkt unter dem Fernseher angeschlossen werden und mit unterschiedlich ausgerichteten Lautsprechern für räumlichen Sound sorgen. Vom selben Hersteller gibt es unter anderem die LG HLB54S Soundbar, welche über vier Lautsprecher, einen integrierten Blu-ray-Player sowie einen wireless Subwoofer verfügt. Damit lässt sich das Klangerlebnis schon um einiges aufwerten. Jedoch sei auch hier gesagt, dass solch eine Lösung keine vergleichbaren Ergebnisse liefert, wie beispielsweise eine 5.1 System. Für den Otto-Normalverbraucher sind diese Soundbars aber durchaus zu empfehlen.

Unser Fazit, eine Note und der Preis

Der LG 42SL9500 ist ein rundum schöner und hochwertiger Fernseher, ausgestattet mit aktueller Technik und unzähligen Einstellmöglichkeiten. Mit der Bildqualität waren wir sehr zufrieden, insbesondere bei Blu-rays überzeugte der Flachmann durch ein gestochen scharfes Bild und lebendige Farben. Einziges Manko: Die spiegelnde Front! Eine Überraschung war der geringe Energieverbrauch, denn mit durchschnittlich 70 – 80 Watt ist der SL9500 so sparsam wie kaum ein anderer Fernseher in dieser Größenordnung. Die integrierten Lautsprecher hingegen sind nicht das Maß der Dinge, langfristig ist hier eine externe Lösung zu empfehlen.

Unsere Note: 2+

Aufgrund der spiegelnden Front und des schwachen Sounds hat es für eine 1 nicht gereicht. Alles in allem können wir den 42SL9500 aber sehr empfehlen. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 1.599 Euro, im Internet wird er aber schon für unter 1.200 Euro gehandelt. Den 47SL9500 mit 47 Zoll Diagonale bekommt man schon für unter 1.400 Euro.


URL: http://www.tvfacts.de/artikel/731-testbericht-lg-42sl9500-edge-led-fernseher.html