Unser IFA Rückblick

IFA 2009: Fernseher und Neuheiten auf einem Blick

Mittwoch, 9.09.2009, von Jan

Die Internationale Funkausstellung 2009 in Berlin ist vorbei. Sechs Tage lang zeigten alle wichtigen Hersteller von Sony bis Samsung, von Philips bis Panasonic, womit sie unsere Wohnzimmer in den kommenden Monaten verschönern wollen. 3D für zu Hause und bessere LED-Fernseher waren große Trends der Ausstellung. Und sparsamere Fernseher (sprich: Green IT) sind kein Trend mehr, sondern gehören längst zum guten Ton. Wir waren auf der Messe vor Ort dabei und haben Impressionen mitgebracht. Außerdem wissen wir jetzt, warum der Plasma zurückschlägt und was eigentlich aus OLED-Fernsehen geworden ist.

3D: Sony geht in die Tiefe

Ist dreidimensionales Fernsehen der große Trend des kommenden Jahres? Besonders laut mit “Ja“ geantwortet hat Sony. Der Konzern kündigte auf der IFA noch für das kommende Jahr ein Rundumpaket aus 3D-fähigen Produkten an: Vom Fernseher über Blu-ray-Player bis zur Spielkonsole Playstation 3 soll alles noch 2010 3D-fähig werden. Das konnte man auf der Messe sogar live ausprobieren, und die Technik wusste mit einem starken Tiefeneindruck zu begeistern.

Aber die Sache hat einen Haken: Ohne spezielle Brillen geht hier noch gar nichts. Auch Panasonic kündigt schonmal 3D-fähige Produkte an, zeigt aber noch nichts konkretes. Auch Philips bleibt vorsichtig. Zwar zeigt der Hersteller einen Prototypen seines Edelfernsehers Cinema 21:9, der auch 3D mit Brille kann, aber ob wir den Fernseher in der Form je im Handel sehen werden, ist unklar. „Sorgfältig evaluieren“ will Philips die Entwicklung auf dem 3D-Sektor.

Offen bleibt die Frage, ob sich Kunden wirklich zu Hause eine Brille aufsetzen wollen, um zu fernsehen. Sogenanntes lentikuläres 3D, also 3D ohne Zusatzbrille, gibt es bis jetzt nur in Prototypen und nur, wenn der Zuschauer brav mittig vor dem Bildschirm steht.

LED-Fernseher: Besseres Bild dank dickerem TV

Viele Edge-LED-Fernseher liefern ein tolles Bild und sind dabei atemberaubend flach. Aber auf der IFA bieten immer mehr Hersteller eine spannende Alternative: Der Trend geht zu etwas dickeren Gehäusen, bei denen die LED-Lichter flächig hinter dem Panel angeordnet sind. Diese Technik verhilft zum Beispiel Philips‘ Ambilight-TV 42PFL9803H jetzt schon zu überlegenen Kontrastwerten. Von Samsung kommt die 9er-Serie, von Sharp die LE600E und LE700E-Reihen. In Zukunft stehen Kunden also vor der Entscheidung, ob ein besonders flaches Gehäuse oder höhere Kontrastwerte wichtiger sind.

…und was ist mit OLED? LG begnügt sich mit 15 Zoll

Eigentlich sollte ja eine ganz andere Fernsehtechnik die Revolution bringen. Aber OLED-Fernseher haben auch auf der diesjährigen IFA auf sich warten lassen. Dabei sind die ultraflachen Fernseher mit dem extrem guten Bild sicher attraktiv; nur offensichtlich noch zu teuer. LG war so nett und zeigte seinen 15-Zoll-Fernseher, der trotz der kleinen Bildschirmdiagonale zu beeindrucken wusste. Auch, wenn OLED noch auf sich warten lässt, freuen wir uns auf die neue Technik.

Das geht noch flacher: Panasonics Plasmas und mehr Edge-LED

Wer sagt denn, dass nur OLED-Fernseher oder LCD-TVs mit Edge LED besonders flach sein dürfen? Mit dem Plasmafernseher B859 gelingt der Displaytechnik ein gelungenes Comeback. Der Fernseher zeigt ein ausgezeichnetes Bild, besitzt beeindruckende 50 Zoll Bilddiagonale und ist ohne Standfuß keine 3 Zentimeter tief. Dazu hat er auch noch Strom sparen gelernt. 140 Watt Verbrauch (im Sparmodus) sind bei der Größe eine beachtliche Leistung.

Mit der Produktbezeichnung 42SL9500 bringt auch LG endlich einen schlanken LED-Fernseher, der mit seiner glatten Glasdesignfront und ebenfalls knappen 3 Zentimeter Gehäusetiefe zum Verlieben aussieht. Der Full-HD-Fernseher lässt mit seinem hellen, kontraststarken Bild nur bei den anspruchsvollsten Kunden Wünsche offen.

Alles schon drin: HDTV-Tuner und Internet-Anschluss

Umfragen ermitteln, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: Kunden haben keine Lust auf immer neue Zusatzgeräte im Wohnzimmer, die in einem Salat von Kabeln und Fernbedienungen enden. Die Hersteller von Unterhaltungselektronik haben verstanden. Positiv aufgefallen ist zum Beispiel Sony, die mit den Bravia-Serien W58, V58 und Z58 eine ganze Produktpalette mit Triple Tuner ausstatten. Damit könnte der HDTV-Empfang inklusive Pay TV ohne Settopbox zur Realität werden.

Auch kleinere Hersteller setzen den Trend um: Technisat stellte etwa mit dem Techniline 32 HD einen unscheinbaren 32-Zöller vor, der Medienwiedergabe vom USB-Port, HD-fähigem Multituner und lange Garantiezeit verbindet. Das verspricht lange Freude für alle, denen 32 Zoll Bilddiagonale noch reichen.

Auch Online-Inhalte landen immer häufiger auf dem Fernseher. Sogenannte Widgets, die wichtige Onlineangebote von Youtube bis Wetterbericht auf den Fernseher holen, bringen die meisten Hersteller zumindest in einigen Modellen unter. Philips-Fernseher der Serien 8 und 9, Samsungs LED-Fernseher der Serien 7 und 8 und Sonys neue Bravias bieten alle Unterstützung für einfache Internetnutzung per Fernbedienung. Zusatzinfos in kleinen Fenstern parallel zum Fernsehprogramm darzustellen, macht Sinn. Gerade bei größeren Bildschirmen.

Starker Auftritt: Samsung und LG

Nicht nur einzelne Produkte spielen auf der IFA eine Rolle. Das große Zusammentreffen der Heimelektronikgiganten ist immer auch ein Kräftemessen. Wer konnte die meisten Besucher begeistern? Wer hat besonders große Messestände? Wer die spannendsten Innovationen?

Samsung konnte auch in diesem Jahr wieder überzeugen. Die LED-Fernseher sind zwar nicht neu, sehen aber in natura gut genug aus, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Mit dem flachen Plasma gab es noch eine schöne Überraschung dazu. Und der schon bekannte 31 Zoll große Prototyp eines OLED-Fernsehers wusste immer noch zu überzeugen. Der Mix aus attraktiven Produktneuheiten und Blick in die Zukunft überzeugte uns.

LG war vielleicht die Überraschung der Messe. Ein breites Produkt-Sortiment konnte der Hersteller auf der diesjährigen IFA zeigen, darunter den OLED-Fernseher in 15 Zoll. 3D-Displays wurden gleichzeitig als LCD- und als Plasmavariante vorgeführt. Der extrem flache LED-Fernseher im Glasdesign ist ebenfalls ein echter Hingucker.

Viel Gutes, wenig Überraschungen

Ganz ehrlich: Keiner der Trends der IFA 2009 war wirklich neu. LED-Fernseher, ob mit Direct-LED oder flachem Gehäuse werden immer mehr, und die Geräte werden erschwinglicher. Aber zumindest in einzelnen Modellen ist die Technik schon im letzten Jahr gelandet. Ebenso ist sparsamer Energieverbrauch keine Neuheit mehr. Mit der Zusammenführung von immer mehr Funktionen in altbekannten HD-Fernsehern lässt sich immerhin eine kleine Neuigkeit ausmachen, die echten Nutzen bringt.

Andere Techniken gibt es offenbar auf unbestimmte Zeit nur als Prototyp. Wirklich massentaugliche 3D-Fernseher oder OLED-TVs lassen weiter auf sich warten.

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