Größere OLED-TVs erst ab 2010

Sony verschiebt Marktstart von größeren OLED-TVs

Donnerstag, 27.08.2009, von Frank Schäfer

Wie das Wall Street Journal letzte Woche berichtete, wird Sony die Einführung neuer superschlanker OLED-Fernseher verschieben. Zur Begründung werden andauernde Defizite im TV-Sparten-Bereich des japanischen Elektronikriesen angeführt. Die Produktion einer modifizierten Generation, verbunden mit der Herstellung neuer Displays mit organischen Leuchtdioden, würde den Geschäftsbereich zusätzlich belasten. Die Sparte befindet sich seit 2004 im Minus. Bereits im vergangenen Jahr hatte Sony mit dem TV-Verkauf umgerechnet 950 Millionen Euro Verlust eingefahren – die Hälfte des Gesamtdefizits 2008. Vor über zwei Jahren waren erste OLED-Fernseher mit Bildschirmdiagonalen von 11 und 27 Zoll vorgestellt worden. Derzeit bietet Sony nur ein 11 Zoll OLED-TV für 4.299 Euro an.

Ursächlich für die hohen Preise, so die Analysten von DisplaySearch, ist vor allem die 40-prozentige Produktions-Ausschussrate der empfindlichen OLED-Panels. Zudem sind erfahrungsgemäß neue Fertigungstechniken zu Beginn kaum profitabel. Die Vorteile von OLED-TVs sind jedoch vielfältig: Sie sind wesentlich flacher als herkömmliche Flachbildfernseher. Der Sony XEL-1 bringt es auf eine Dicke von nur drei Millimetern. Sein großer Bruder XEL-2 kommt bei der 27 Zoll Diagonale auch mit nur zehn Millimetern aus. Vorteile dieser Technik ergeben sich aus dem Verzicht, denn im Gegensatz zu LCD-Bildschirmen wird keine Hintergrundbeleuchtung für die Bildpixel benötigt; die OLED-Bauelemente erzeugen ihr Licht selbst. Dabei sind sie stromsparend und bieten konkurrenzlos gute Farb- und Kontrastwerte. OLED-Displays sind eigentlich ein „alter Hut“ und seit Jahren in Kleingeräten wie z.B. Mobiltelefonen und MP3-Playern unentbehrlich.

Denkbar wäre, dass Sony mit dem auf 2010 verschobenen Marktstart ein „Eigentor“ geschossen hat, denn die Konkurrenz, Samsung und LG Electronics, Nummer eins und zwei der Branche, scharren schon mit den Hufen. Beide Firmen konnten kürzlich auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas bereits mit OLED-Prototypen punkten. LG präsentierte ein 15 Zoll Display, Samsung präsentierte erneut sein 31 Zoll OLED-TV. Die Marktakzeptanz von OLED-Fernsehern mit ausreichend großem Display ist aber noch im Bereich der Zukunftsmusik.


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