Joint Venture mit chinesischem Hersteller

Philips verkauft TV-Sparte an TPV Technology

Donnerstag, 21.04.2011, von Frank Schäfer
TPV Technology TPV Technology stellt künftig Fernseher für Philips her

Der Elektronikkonzern Philips hat die Reißleine gezogen. Nachdem in den letzten Jahren ein Verlust in der Höhe von rund einer Milliarde Euro mit der Fernsehersparte zu verzeichnen war, sollen Philips-Fernseher künftig vom chinesischen Hersteller TPV Technology hergestellt werden. Mit dieser Entscheidung vollzieht Philips nun eine Kehrtwende, denn noch im September 2010 wurde erklärt, man habe nicht die Absicht, die TV-Sparte zu verkaufen und werde sich alternativ um Lizenz- und Markenpartnerschaften bemühen. Endgültig das Fass zum Überlaufen brachten jedoch die Zahlen des ersten Quartals 2011, die einen Gewinnrückgang von 31 Prozent auswiesen, woran die Flachbildfernseher wesentlich beteiligt waren. Laut einer Presseerklärung werden die Niederländer ihre TV-Sparte in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen; Philips hält eine Beteiligung von 30 Prozent.

Der Konzernchef Frans van Houten, zeigte sich mit der 30:70 Prozent-Lösung zufrieden und äußerte in einem Interview, dass er davon überzeugt sei, dass die Philips-TV-Sparte nach wie vor viel Potenzial habe und in naher Zukunft wieder Profit erzielen werde. Im Rahmen des Joint Ventures überträgt Philips die Markennutzungsrechte an TPV Technology. Vereinbart wurde ein Zeitraum von fünf Jahren, der sich unter bestimmten Bedingungen verlängert.

Das Gemeinschaftsunternehmen ist im Jahr 2012 noch lizenzgebührenbefreit; ab 2013 erhält Philips dann rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Der Preis für die Übergabe der TV-Sparte wurde noch nicht ausgehandelt. Die Grundlage hierfür ergibt sich aus dem 4-fachen des Vorsteuergewinns (EBIT), der durchschnittlich im Jahr 2012 und in den darauf folgenden Jahren erzielt wird. Sechs Jahre nachdem die Transaktion beendet ist, hat Philips die Option, seine Beteiligung an TPV Technology zu veräußern.

Im vergangenen Jahr vermeldeten die Niederländer einen TV-Geschäftsumsatz in Höhe von drei Milliarden Euro. In einer weiteren Erklärung von Philips hieß es, dass man den endgültigen Abschluss der Vereinbarung zum dritten Quartal 2011 erwarte, die Umsetzung sei bis zum Jahresende geplant.

Die Fernsehersparte von Philips musste im ersten Quartal 2011 einen Vorsteuerverlust von 106 Millionen Euro verkraften. Wie Experten berechnet haben, haben die Mitbewerber Sony und Samsung die Sparte so unter Druck gesetzt, dass seit 2007 insgesamt ein Verlust von einer Milliarde Euro entstanden ist. Als Folge davon hatte Philips bereits 2008 auf dem US-amerikanischen TV-Markt die Segel gestrichen.

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