Plasmafernseher in den USA auf der Überholspur

Donnerstag, 27.08.2009, von Frank Schäfer

In den USA gibt es gerade einen wahren Run auf Plasma-TVs mit einer Bildschirmdiagonale von über 40 Zoll. Das Marktforschungsunternehmen Quixel Research meldet in einem kürzlich veröffentlichten Large-Area-Display-Report einen Absatzanstieg um rund 42 Prozent. Dem entgegen stehen sieben Prozent Einnahmeverluste bei LCD-TVs. Laut der Chefanalystin Tamaryn Pratt ist speziell bei 42 Zoll Plasmas eine Art „Goldgräberstimmung“ ausgebrochen, weil US-Konsumenten hier vom besten Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt sind. Der Deutschland-Trend verläuft eher entgegengesetzt. Roland Raithel, Sprecher des TV-Herstellers Loewe, verzeichnet einen Plasma-Zuwachs um fünf Prozent, aber einen Umsatzrückgang von 20 Prozent im ersten Halbjahr. LCD sei europaweit gefragter, Plasma aber billiger zu produzieren.

HD-Ready Plasmafernseher mit Heimkino-Ausmaßen sind momentan häufiger im „gefühlten Schnäppchenbereich“ zu finden als die LCD-Version. Auf dem US-amerikanischen Markt werden jetzt 720p Plasmafernseher mit 50 Zoll Bildschirmen von Panasonic ab 850 und von LG für ca. 800 Dollar angeboten. Dagegen liegen größengleiche 1080p LCD-TVs bei rund 1.300 Dollar. Trotz schwächerer Auflösung macht Plasma über den billigeren Preis das Rennen. Als Grund hierfür sieht Judith Mayr, Sprecherin des Herstellers LG, den Konsumentenwunsch nach großen und preisgünstigen Diagonalen.

Obwohl die Plasma-Technik wegen des höheren Stromverbrauchs, mittlerweile fast zu vernachlässigen, in der Kritik steht, seien reale Nachteile eher im höheren Gewicht und der Auflösung zu sehen, gibt Mayr weiter an. Der Qualitätsunterschied ist derzeit nur bei hochauflösenden Bluray-Filmen sichtbar, da der normale HD-Content überwiegend in der niedrigeren HD-Ready-Auflösung gesendet wird. Wer also kein Bluray-Freak ist, kommt auch mit günstigen Plasmageräten zurecht.

Dennoch ist die LCD-Technologie mit 75 Prozent Anteil weiterhin der Flat-Screen-Marktführer. Bei Robert Kim, Produktmanager Digital Display bei LG, geht der Trend grundsätzlich zu großen Diagonalen in beiden Bereichen. Den augenblicklichen Plasma-Hype führt er auf wirtschaftlich schwierige Zeiten und auf „Kampfpreise“ zurück. Bei einer Entspannung erwartet er eine Trendverstärkung zugunsten der LCD-TVs.


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