Absatz mehr als verdoppelt

Blu-ray verzeichnet deutliche Umsatzsteigerung

Freitag, 26.11.2010, von Frank Schäfer

Immer noch laufen die Geschäfte mit den seit 1996 existierenden DVDs hervorragend. Aber in diesem Jahr hat das neue Speichermedium Blu-ray-Disc deutlich aufgeholt. Dies belegen die Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die vor einigen Tagen veröffentlicht wurden. Demnach hat der Verkauf von Blu-rays innerhalb eines Jahres um sagenhafte 127 Prozent zugelegt, DVDs kamen auf drei Prozent. Damit wurden die Vorjahres-Verkaufszahlen für DVDs und Blu-ray-discs von 69,4 Millionen um elf Prozent auf 76,7 Millionen Einheiten gesteigert. Die Electronic-Sell-Through-Abrufe (EST) stiegen im gleichen Zeitraum um 419 Prozent. Trotz schwächelnder Preise verzeichneten die deutschen Videoprogrammanbieter mit einer Umsatzhöhe von rund 888 Millionen Euro einen zufriedenstellenden Zuwachs von sechs Prozent.

Obwohl das Blu-ray-Wachstum herausragend ist, sind erst zehn Prozent aller Discs wirklich blau. Dass der Umsatz dennoch so exorbitant gestiegen ist, ist der Tatsache geschuldet, dass Blu-rays deutlich teurer als herkömmliche DVDs sind. So kommt es, dass der Anteil am Gesamtumsatz bereits bei über 13 Prozent liegt. Oliver Trettin, stellvertretender Geschäftsführer des Bundes-verbandes Audiovisuelle Medien e.V. glaubt, dass die vor Jahresfrist gestellte Prognose, die für 2010 einen Blu-ray-Umsatz von mindestens 10 Millionen vorhersagte, sich auf jeden Fall bewahrheiten wird. Tatsächlich sprechen alle Anzeichen dafür, denn bereits nach dem dritten Quartal diesen Jahres waren 7,3 Millionen Blu-rays über die Ladentheke gegangen. Erfreulich für den Verbraucher: Der Blu-ray-Durchschnittspreis sank binnen Jahresfrist um rund 20 Prozent und liegt momentan bei 16,05 Euro (2009: 20,17 Euro).

Gewinnträchtige Höhenflüge sind auch bei der Internetvermarktung zu verzeichnen. Das Verleihgeschäft kam auf 4,4 Millionen Transaktionen (2009: 2,5 Millionen) und erwirtschaftete einen Gesamtumsatz von 15 Millionen Euro. Dabei wurden mit der digitalen Durchschnittsleihgebühr von 3,53 Euro im Vergleich zu 2,39 Euro für die Vermietung von Speichermedien aus der Videothek um die Ecke rund 48 Prozent höhere Gebühren kassiert. Die Zahlen der herkömmlichen Videotheken, der Verleih über Automaten oder über Postzustellung gingen in diesem Jahr auch prompt um vier Prozent zurück.

Die Spitze der DVD-Verkaufscharts hat auch den ersten drei Quartalen in diesem Jahr James Camerons „Avatar“ inne. Es folgt der zweite Teil der „Twilight“-Saga, „New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde“, gefolgt von Roland Emmerich mit dem Film „2012“. Im Blu-ray-Segment liegt „Avatar“ ebenfalls vorne, hier ist „2012“ an zweiter Stelle und „Sherlock Holmes“ auf dem „Bronze“-Rang. Bei einer Hitliste, die DVD und Blu-ray beinhaltet, ist „2012“ führend, auf den Plätzen folgen „Avatar“ und „Sherlock Holmes“.


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