Nebenwirkungen sind möglich

Samsung warnt vor Gesundheitsfolgen durch 3D-TV

Dienstag, 27.04.2010, von Frank Schäfer
3D-TVFoto: 3D-TV mit Shutterbrillen

2010 wird sicher einmal als das Jahr in die Fernsehgeschichte eingehen, in dem Filmstudios und TV-Hersteller vom dreidimensionalen Virus infiziert wurden. Doch der unaufhaltsame Fortschritt hält für den einen oder anderen auch ein paar Tücken bereit, die zu einer „schwindel-erregenden“ oder „üblen“ Überraschung führen kann. Darauf weist jetzt vorsorglich Samsung, selbst Hersteller von 3D-TVs, im Stile eines Medikamenten-Beipackzettels hin. Bei einer Minderheit von empfindsamen Zeitgenossen kann es nämlich durch das Betrachten von 3D-Material durchaus zu Symptomen wie Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen kommen. Daher sollten insbesondere Kinder nicht unbeaufsichtigt 3D-Filme konsumieren können.

In extremen Fällen, so Samsung, könne es zu Krämpfen, Desorientierung oder gar zu epileptischen Anfällen kommen. Auslöser solcher Nebenwirkungen könne zum Beispiel das zu lange Tragen von 3D-Brillen sein. Eine höhere Anfälligkeit bestehe bei Kindern, Jugendlichen und Schwangeren. Auch ältere und kranke Fernsehkonsumenten sollten vorsichtig sein und gerade bei zeitlich ausufernden Filmen Pausen einplanen. Ein kleines Schmunzeln kann man sich bei Samsungs Hinweis, dass vom Ansehen von 3D-Material unter Alkoholeinfluss ebenfalls abzuraten sei, nicht verkneifen. Sollte sich 3D weiterhin so rasant fortentwickeln und beispielsweise zur nächsten Fußball-WM 2014 als Technologie-Standard beim Public Viewing eingesetzt werden, kämen ungeahnte neue Probleme auf solche Veranstalter zu.

Rein rechtlich gesehen befindet sich der Fernsehhersteller mit seinen Hinweisen auf der sicheren Seite und versucht damit, potentielle Klagen zu vermeiden. Gleichwohl können auch herkömmliche Fernsehbilder, Kino oder Videospiele, vornehmlich bei schnellen Bildwechseln oder -szenen, ähnlich gelagerte Nebenwirkungen hervorrufen. Erste Auswirkungen von 3D wurden nach der Kinopremiere von James Cameron’s Avatar beobachtet, wo nach mehreren Vorstellungen einige wenige Zuschauer über Kopfschmerzen und Schwindel klagten. Ein Tipp: Wer sich selbst als leicht gefährdet einschätzt, sollte sich inmitten des Kinosaales eines Platz suchen.

Selbstverständlich sollen Samsungs Warnhinweise ernst genommen werden, doch zusammengefasst gilt: Die neue 3D-Technologie ist zwar umwerfend – wörtlich nehmen muss man es aber nicht!

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